Aktuelles / Notizen

10.03.2026

Das Avers im Naturpark Beverin


Aufenthalt im Hotel Avers und Schneeschuhtouren in den Hochtälern des Avers GR

Anfangs März 2026 sind wir zu einem verlängerten Weekend ins Avers GR (Hotel Avers > Link zum Hotel Avers von Hansruedi und Barbara Zuber) gereist mit Stationen beim Schloss Paspels, Schloss Schauenstein (Andreas Caminada), Zillis, Andeer und Avers.

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Für mein Konfirmations - Bild vor rund 50 Jahren bei Pfarrer Heinrich Ott hatte ich damals die Kirchendecke von Zillis GR gewählt mit meinem Konfirmationsspruch darauf. Nach vielen, vielen Jahren habe ich wieder mal die Kirche in Zillis besucht mit der wunderschönen Decke. Es war herrlich warm und sehr schön auch rund um die Kirche und beim Rundgang im Dorf. 

Die Kirche St. Martin in Zillis auch bekannt als die Sixtina der Alpen mit ihrer weltweit einzigartigen Holzbilderdecke aus dem 12. Jahrhundert ist eines der bedeutendsten Kulturgüter im Naturpark Beverin. Beim Wiederaufbau der Kirche um 1109 bis 1114 (oder wenig später), wurde die bemalte Decke geschaffen. Dieses Kunstwerk aus der romanischen Epoche ist weltweit das einzige Werk dieser Art, das nahezu vollständig und ohne Übermalung erhalten geblieben ist. Die Kirchendecke besteht aus 153 quadratischen Bildtafeln (9 Reihen à 17 Tafeln) von je ca. 90 cm Seitenlänge.

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Sehenswert ist auch die schöne Gemeinde Andeer im Naturpark Beverin. Pittoreske Häuser, Brunnen und Plätze und auch die feinen Cagliatschatürmli - die einzigartige Hausspezialität der Conditorei Iselin am Postplatz in Andeer. 

Der Dorfplatz war früher ein Platz, wo man sich zum Kleider waschen traf, und wo man über die neusten Geschehnisse sprach. Der sogenannte „Suddelbrunnen" wurde für das Waschen genutzt, damit das Vieh das saubere Wasser vom grossen Trog trinken konnte. Dieser Brunnen ist der älteste in Andeer und plätschert hier in dieser Form seit dem Jahre 1838. Nebst dem Brunnen erkennt man auch das Gasthaus „Weisses Kreuz". Heute ist das Hotel durch eine Terrasse ergänzt. Durch seine zentrale Lage bietet das Weisse Kreuz gute Voraussetzungen für einen Aufenthalt in Andeer.

Gut erkennbar sind auch die zwei Reihen Steinplatten zwischen den Pflastersteinen. Diese Reihen fanden grosse Anerkennung, da die Wagen und Kutschen fast geräuschlos dahinrollten. In der Veia Filistinra sind die zwei Steinplattenreihen immer noch erhalten. 

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Am Samstag haben wir eine wunderbare 4h Winterwanderung in den Sonnentälern im Avers rund um Juf gemacht. Juf ist ein kleiner Weiler im Hochtal Avers im Kanton Graubünden und gilt als höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz. Das Dorf liegt auf etwa 2126 m Höhe und gehört politisch zur Gemeinde Avers. Partnergemeinde ist die Gemeinde Seuzach vor den Toren Winterthurs.  

Die Region wurde im Mittelalter von Walsern besiedelt – deutschsprachigen Siedlern, die aus dem Oberwallis in hochalpine Täler auswanderten. Ihre Kultur prägt das Tal bis heute: typische Walserhäuser, die alemannische Mundart und eine starke Tradition der alpinen Landwirtschaft. 

Das Averstal ist eines der abgelegensten Täler Graubündens und zeichnet sich durch eine raue Hochgebirgslandschaft aus. Umgeben von Gipfeln über 3000 m liegt Juf in einer weiten, offenen Hochgebirgsebene. Die Region ist bekannt für ausgedehnte Alpwiesen und Moorlandschaften, klare Bergbäche wie der Averser Rhein und eine besonders stille, wenig verbaute Alpenlandschaft. 

Durch seine Höhe hat Juf ein sehr kurzes Vegetationsfenster; die Landwirtschaft beschränkt sich hauptsächlich auf Viehwirtschaft und Alpbetrieb. In Juf leben nur noch wenige Dutzend Einwohner, doch der Ort ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Bergsteiger, Skitouren im Winter und Menschen, die die Abgeschiedenheit der Hochalpen erleben möchten. 

Die Strasse von Innerferrera bis Juf gehört zu den höchstgelegenen ganzjährig befahrbaren Strassen der Schweiz. Trotz der extremen Lage ist Juf das ganze Jahr über bewohnt, was es zu einem einzigartigen Ort in den Alpen macht.

Und…im Hotel Avers bei Hansueli und Barbara ist es wunderbar, persönlich, authentisch, regional verwurzelt, sympathisch und schlicht gemütlich. Sie sind grossartige Gastgeber! Da gibt es z.B. beim abendlichen 5-Gang-Menü ein Marronifondue an der Schneebar draussen. Und platziert wird man mit unbekannten Leuten am gleichen Tisch und hat so wunderbare Gespräche und schliesst neue Bekanntschaften. Wer aber lieber zu Zweit ist, kann dies selbstverständlich anzeigen. Einem Tête-à-tête steht also nichts im Wege. Die Küche ist schlicht hervorragend und alles mit regionalen, frischen Produkten zubereitet. Das gilt auch für das grossartige Frühstück mit unschlagbaren, regionalen Käsen und auch sonst alles, was das Herz begehrt.

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Der Sonntag stand dann unter dem Motto Schneeschuhwanderung ob Juf im Avers und am Nachmittag bei Rivella und Kuchen auf der Hotelterrasse die Abstimmungsresultate verfolgen und die Biografie des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama lesen. Die ersten 100 Seiten der über 800 Seiten habe ich an diesem Mittag geschafft!  

Stille, unberührter, glitzernder Schnee, das Knirschen des Schnees  und der eigene Atem….Bei einer Schneeschuhwanderung bewegt man sich gemächlich durch die tief verschneite Berglandschaft, mitten in der unberührten Natur. Schritt für Schritt knirscht der Schnee unter den Füssen, während sich rundherum eine stille Winterwelt ausbreitet. Mit etwas Glück entdeckt man Spuren von Wildtieren im Schnee oder beobachtet, wie ein Vogel durch die klare Winterluft zieht. 

Du kannst tief durchatmen, die frische, klare Bergluft spüren und den Moment ganz bewusst geniessen. Fernab vom hektischen Alltag entsteht eine besondere Ruhe, die Körper und Geist gleichermassen guttut. Oft sind es gerade die einfachen Dinge – das Glitzern der Schneekristalle in der Sonne, das leise Rauschen des Windes oder der weite Blick über verschneite Gipfel –, die eine Schneeschuhwanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. 

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Schneeschuhwandern ist vielseitig und absolut reizvoll, denn es verbindet sanfte Bewegung mit einem intensiven Naturerlebnis. Der gleichmässige Rhythmus der Schritte wirkt fast meditativ und lässt dich schnell abschalten. Gleichzeitig trainierst du Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht, ohne dass sich die Aktivität wie ein anstrengendes Workout anfühlt. 

Ein weiterer grosser Vorteil: Für das Schneeschuhwandern benötigt man weder besondere technische Vorkenntnisse noch eine teure Ausrüstung. Mit Schneeschuhen, festen Winter- oder Wanderschuhen und wetterangepasster Kleidung kann es im Grunde schon losgehen. Dadurch ist diese Wintersportart für viele Menschen leicht zugänglich – egal ob Anfänger oder erfahrene Bergliebhaber. 

So wird jede Schneeschuhwanderung zu einer kleinen Entdeckungsreise durch die winterliche Bergwelt – entschleunigend, naturnah und voller besonderer Momente. Das war jetzt ein Werbespot für das Schneeschuhlaufen...

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Nach einem feinen letzten Nachtessen mit Marroni-Fondue draussen an der Schneebar, meinem Eintrag im Gästebuch, einem feinen Frühstück und dem Abschied von Hansueli und Barbara Zuber vom Hotel Avers haben wir am Montagmorgen noch das wunderschöne und stille Madris Tal bewandert. Wir sind während den zwei Stunden keiner einzigen Menschenseele begegnet. Das ist selten!  

Hier hinten stand früher das Kirchlein vom Madris, bei der Bevölkerung "Chilchelti" oder aber auch "Marienkirchlein" genannt. Als Überbleibsel ist eigentlich nur noch der Flurname Chilchastück geblieben, und bei einigen Zeitgenossen sind noch verschwommene Erinnerungen vorhanden. Leider gibt es über die kleine Kirche nur wenig Schriftliches. Die wenigen Quellen nennen als Patrozinium St. Maria, andere St. Anton. Es erinnern sich ältere Talbewohner und -bewohnerinnen, dass am Türbalken beim Eingang 1415 eingeschnitzt war. Es kann gut sein, dass damit das Jahr gemeint ist, in dem die Kirche fertig gebaut wurde. Die Kirche in Avers-Cresta ist wahrscheinlich in der Zeit um 1300 entstanden. 100 Jahr später wäre dann die Filialkirche im Madris entstanden.

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Die Heimreise führte über den Wohnort unseres jüngsten Sohnes Ueli in Benken SG heim nach Stetten SH. Pech war, dass genau bei unserer Heimreise ein Alleinunfall im Cholfirsttunnel bei Schaffhausen war und das pure Chaos rund um Schaffhausen herrschte auf den Strassen - gefühlt hatten wir länger von Uhwiesen nach Stetten, als vom Avers nach Uhwiesen :-) Aber trotzdem sind wir glücklich und erfüllt aus dem Avers heimgekehrt.