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23.05.2018

Schaffhauser Jazzfestival


Programm 2018

Mittwoch 23. Mai 18

Grégoire Maret - Romain Collin Duo
Kulturzentrum Kammgarn - 20:15 Uhr


Zurich Jazz Orchestra
Kulturzentrum Kammgarn - 21:30 Uhr

Donnerstag 24. Mai 18

Schaffhauser Jazzfestival goes Museum - OVERTWIST - Audiovisuelle Performance
Museum zu Allerheiligen - 17:00 Uhr


The Great Harry Hillman
Kulturzentrum Kammgarn - 20:15 Uhr


REA
Kulturzentrum Kammgarn - 21:15 Uhr


WHO Trio «Strell»
Kulturzentrum Kammgarn - 22:15 Uhr

Freitag 25. Mai 18

Schaffhauser Jazzfestival goes Museum - OVERTWIST - Audiovisuelle Performance
Museum zu Allerheiligen - 12:00 Uhr


Dave Gisler Trio
Kulturzentrum Kammgarn - 20:15 Uhr


Schärli - Moreira – Feigenwinter
Sorell Hotel Rüden - 20:30 Uhr


Stefan Aeby Trio
Kulturzentrum Kammgarn - 21:15 Uhr


QUIDDITY: Style Bakery
Tap Tab - 22:00 Uhr


Julie Campiche Quartet
Kulturzentrum Kammgarn - 22:15 Uhr

Samstag 26. Mai 18

Schaffhauser Jazzfestival goes Museum - OVERTWIST - Audiovisuelle Performance
Museum zu Allerheiligen - 18:00 Uhr


Augur Ensemble
Kulturzentrum Kammgarn - 20:15 Uhr


Schärli - Moreira – Feigenwinter
Sorell Hotel Rüden - 20:30 Uhr


Laurent Méteau’s Choice «Aerie»
Kulturzentrum Kammgarn - 21:15 Uhr


QUIDDITY: Style Bakery 2
Tap Tab - 22:00 Uhr


Nik Bärtsch’s Ronin
Kulturzentrum Kammgarn - 22:30 Uhr


15. Schaffhauser Jazzgespräche 2018
Sorell Hotel Rüden (Eintritt frei)

 

DIREKTLINK zum SCHAFFHAUSER JAZZFESTIVAL

Zum 29. Mal zeigt das Schaffhauser Jazzfestival einen breiten Querschnitt durch die neusten und spannendsten Produktionen der vielseitigen Schweizer Jazzszene. Aus nahezu hundert Bewerbungen und nach permanenter Beobachtung der Szene hat das Programmteam ein Konzentrat destilliert und einen Mix zusammengestellt, der den Besucherinnen und Besuchern einmal mehr ermöglichen soll eine Momentaufnahme der hiesigen Jazzszene zu erleben. Schaffhausen will als Werkschau die aktuellen Trends und die neusten Erzeugnisse aus der ganzen Schweiz genauso zeigen, wie auch das kontinuierliche Schaffen.

Zur Eröffnung am Mittwoch erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch endlich den weltweit auf Topniveau spielenden Genfer Mundharmonika Spieler Grégoire Maret am Festival zeigen zu können. Der 43jährige, in Los Angeles wohnhafte, Ausnahmekönner spielte zehn Jahre in der Band von Cassandra Wilson, war u.a. mit Pat Metheny, Herbie Hancock auf Tour und gilt als Nachfolger von Toots Thielemans. 2017 wurde er für den Schweizer Musikpreis nominiert und ist trotzdem noch immer ein Geheimtipp im eigenen Land. Eigens für das Schaffhauser Jazzfestival reist er mit dem aus Frankreich stammenden und mittlerweile in New York lebenden Pianist Romain Collin an. Dieser gilt als vielversprechender Newcomer des internationalen Jazz.

Nach dem Duo gibt’s das volle Gebläse mit dem Zürcher Jazz Orchester. Ebenfalls zum ersten Mal in Schaffhausen zu Gast stellt es sich mit einer Premiere vor. Die Neubearbeitung von Steffen Schorn’s «Cellular Structures» ist eine einstündige konzeptionelle Komposition, die ganz eigene strukturelle Wege geht und zeigt, welch unglaubliche Reise die 18 Musiker in der bisher dreijährigen Zusammenarbeit mit Steffen Schorn unternommen haben. «Wir haben Fantasie, wir haben Risikobereitschaft», fasst Schorn zusammen, was das ZJO so einzigartig macht.

Am Donnerstag wird’s bunt. Der zweite Abend zeigt den Jazz von heute in der ganzen Spannweite, einerseits grenzüberschreitend doch gleichzeitig werden Gründerväter wie Billy Stryhorn und Duke Ellington nicht vergessen. Es beginnt das junge Quartett «The Great Harry Hillman» um den Zentralschweizer Gitarristen David Koch. Die Truppe nach dem amerikanischen Hürdenläufer Harry Hillman benannt – er gewann 1904 an den Olympischen Spielen in St. Louis drei Goldmedaillen – legt die Latte hoch und surft gekonnt, stilistisch frei aber formal sehr zeitgemäss durch Jazz-, Rock- und Pop-Welten ohne dabei in den Klischees hängen zu bleiben. So sind sie auch im Moment auf allen Kontinenten am Touren. Da ist eine neue Generation mit viel Power am Start.

Eine Carte Blanche bekommt die junge Bieler Sängerin Rea Dubach, die mit Sicherheit eine Neuentdeckung für viele sein wird. Ihre Stimme ist vielschichtig und sie entwickelt Klangwelten voller Sinnlichkeit, veredelt sie auch mit Hilfe von elektronischen Effekten und kreiert ein eigenes Klanguniversum was sie ganz einfach REA nennt.

Das WHO Trio um den bestens bekannten Genfer Pianisten Michel Wintsch mit Gerry Hemingway und Baenz Oester führt uns zum Abschluss des Abends dorthin wo der Jazz begann «The Music of Stryhorn & Ellington». Wer diese drei Neuerer des Jazz kennt weiss, dass da, die Jazzgeschichte in Ehren, eine hoch energetische Neuinterpretation zu erwarten ist. Da powert der Swing, da wird laufend subtil konstruiert und clever strukturiert, da wird Spannung aufgebaut und wieder gelöst: zeitgenössischer Jazz gleichsam stark und sensibel.

Am Freitag fokussieren wir auf die Trios von zwei hervorragenden Musikern, die ihre Kunst meistens in Projekte von Anderen einbringen und als «Sidemen» bezeichnet werden. Der hervorragende Zürcher Gitarrist Dave Gisler, der in vielen Bands sehr begehrt ist, sowie der Freiburger Pianist Stefan Aeby, welcher mit seiner neusten Trio-Produktion grossartige Kritiken ernten konnte. Sie zeigen beide, dass sie auch als Komponisten und Bandleader in die höchste Liga des Schweizer Jazz gehören.

Als Sidewomen war die welsche Harfenistin Julie Campiche vor zwei Jahren mit der Sängerin Claire Huguenin am Schaffhauser Jazzfestival zu Gast. Jetzt wollen wir ihr neues Quartett zeigen. Campiche erfindet ihr Harfenspiel immer wieder neu und setzt auch elektronische Effekte ein, die ihr zu einem eigenen Sound verhelfen. Man darf sich freuen auf diese junge Band, die ein besonderes und mitreißendes elektro-akustisches Klangerlebnis verspricht.

Der Samstag wird international durchmischt. Die Austauschprogramme der Hochschulen und die Auslandateliers, welche die Schweizerische Jazzförderung bereitstellt, tragen Früchte. Das Augur Ensemble um den Basler Bassisten Kaspar von Grünigen wie auch die Band Aerie, die der welsche Gitarrist Laurent Méteau vorstellt, sind international besetzt. Beide Projekte sind Working-Bands und bestehen seit mehreren Jahren. Hier zeigt sich die Offenheit der Schweizer Jazzerinnen und Jazzer und die Musik erhält dadurch gute Impulse. Beide Projekte zeichnen sich aus durch eigenständige Konzepte und ein hohes musikalisches Niveau. Durch Improvisation entsteht eine intensive Auseinandersetzung unter den Bandmitgliedern, das formt sie und lässt einen charakteristischen Bandsound entstehen. Sowohl die Auguren wie Aerie präsentieren ihre aktuellen Kreationen.

Zum Abschluss des Festivals kommt Nik Bärtsch mit Ronin dahin zurück wo seine lange Reise zum internationalen Erfolg begann. Im Jahre 2004 noch als Newcomer gefeiert ist Ronin zu der wohl erfolgreichsten internationalen Schweizer Exportgeschichte avanciert, die auf allen grossen Festivals um dem Globus ihre Spuren hinterliess. Sie taufen ihre neuste CD, bereits die dritte auf dem renommierten deutschen Jazzlabel ECM. Wir freuen uns auf diese Neuheit.

Der Schweizer Jazz präsentiert sich vital, selbstsicher, frech und weitsichtig und wir sind sicher, dass der Schaffhauser Jazzfestival Jahrgang 2018 wieder weit über die Grenzen hinaus ein grosses Echo erzeugen wird.

Jazzgespräche und Nebenschauplätze

Die diesjährigen Jazzgespräche widmen sich dem Thema «Jazz im digitalen Zeitalter». Es geht bei den Diskussionen um die via Internet weltweit verströmte Musik und was das für das

Konzerterlebnis bedeutet. Macht das mehr und mehr populäre Live Streaming dem Live Konzert den Garaus oder bewirkt diese Entwicklung eben gerade das Gegenteil? Kuratiert werden die Gespräche im 2. Jahr von Sarah Chaksad aus Basel und sie finden wiederum am Samstag Nachmittag im Hotel Rüden statt.

Um zusätzlich den wunderschönen Rokokosaal des Hotels zu bespielen wurden für 2018 die Rüden-Club-Konzerte ins Leben gerufen. Hier tritt am Freitag- und Samstagabend das neu gegründete Trio Schärli-Moreira-Feigenwinter auf. Schärli und Feigenwinter sind in der Schweiz keine Unbekannten und der brasilianische Gitarrist Moreira füllt weltweit die grossen Konzertsäle. Ein unvergessliches Hörerlebnis ist den Gästen sicher.

Das Tabtap widmet sich den Sounds und der Ästhetik einer jüngeren und auch junggebliebenen Szene. Von Live-Electro, R&B, Soul bis Rap soll alles Platz haben. Es werden einzelne Konzerte, sowie auch Residenzen stattfinden. Folgend auf die Late-Night Gigs werden angesagte DJs der lokalen Schaffhauser-, sowie auch der Schweizer Club-Szene serviert. Als Band in Residenz steht 2018 Quiddity auf der Bühne. Sie begleitet, animiert und unterstützt Gäste aus nah und fern.

Die Gestaltung des Plakats wurde dieses Jahr wieder einer Frau übertragen. Die junge Schaffhauserin Lea Wäckerlin lebt und arbeitet in Hamburg. Sie ist als Kooni bekannt für ihre witzigen Zeichnungen und Wimmelbilder. Auf ihrer Website findet sich allerhand Unterhaltendes und Tiefsinniges.

Geschichte

Das Jazzfestival Schaffhausen hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1990 dem nationalen Schaffen im Bereich "Jazz und improvisierte Musik" verschrieben. Aus der Überzeugung, dass diese Werkschau erstens eine grosse Vielfalt auf hohem Niveau garantiert und dass es zweitens dafür ein interessiertes Publikum gibt, hält das Organisationskomitee weiter an seiner Leitidee fest. Jährlich stehen im Mai während vier Tagen rund 10 Formationen auf der Festivalbühne des Kulturzentrum Kammgarn in Schaffhausen.

Die Schweizer Jazz-Szene ist reich ausgestattet. Es wird keine Einheitskost in verdaubaren Portionen abgegeben.

Zitat Patrik Landolt (Verleger Intakt Records, Mitbegründer Schaffhauser Jazzgespräche und Organisator des «unerhört»-Festivals Zürich) in der Festivalzeitung 1992: 

"Die thematische Beschränkung auf Schweizer Jazz hat Vorteile und Nachteile, über die es sich lohnt, nachzudenken. Grundsätzlich erachte ich es als Vorteil, dass sich das Schaffhauser Jazzfestival auf ein Konzept festlegt und sich nicht in den konventionellen Festivalzirkus einreiht. Die meisten europäischen Jazzfestivals haben die gleiche gesichtslose Erscheinung: Die Veranstalter kaufen Jazzstars und Newcomers von internationalen Agenturen ein. Die Ballung mehr oder weniger willkürlich engagierter Jazzgruppen an einem Wochenende wird dann Jazzfestival genannt und soll der Stadt, die ja öffentliche Gelder investiert, im überregionalen Städtewettbewerb einen Imagegewinn sichern. Das Publikum ist Staffage, die Musiker tun ihren Job. Das Schaffhauser Konzept "Schweizer Jazz" zwingt zur Auseinandersetzung mit der Schweiz. Da Musik nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern sich auf die gesellschaftliche, soziale und ästhetische Realität bezieht, lässt Musik Rückschlüsse auf die Wirklichkeit zu. Ein CH-Festival kann ein Stimmungsbericht der hiesigen Realität sein. In Spiel und Kreativität liegen oft mehr Zeitdiagnose als in wissenschaftlichen Analysen. Zudem können in diesem Kontext lokale Musikentwicklungen, regionale Schattierungen erkannt werden. Da die Schweiz (glücklicherweise) keine Nationalkultur hat, sondern dank ihrer föderalistischen Strukturen mannigfache kulturelle Ausprägungen, droht ein Schweizer Jazzfestival auch nicht eine Verfeierlichung einer Nationalkultur zu werden. Was die Schweizer Jazzszene brauchen kann, ist eine jährliche Werkschau der hiesigen Produktionen und Entwicklungen; ein Festival, an dem Musikerinnen und Musiker verschiedenster Stile neue Projekte und Gruppen vorstellen können und wo das lokale Publikum und eine nationale und internationale öffentlichkeit einen Überblick über das hiesige, aktuelle Jazzgeschehen bekommt."