IBK Vorsitz Schaffhausen 2018

bruessel_bild 6_low

Grusswort des IBK Präsidenten Regierungspräsident Christian Amsler > Direktlink

Die Internationale Bodenseekonferenz IBK (www.bodenseekonferenz.org) wurde1972 von den an den Bodensee angrenzenden Bundesländern und Kantonen, u. a. dem Kanton Schaffhausen, gegründet, um sich in Umwelt- und Gewässerschutzfragen grenzüberschreitend abzustimmen. Heute gehören ihr Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, das Fürstentum Liechtenstein sowie die Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Zürich und Schaffhausen an.

Kaminfeuergespräch / Ministertreffen IBK am Rheinfall Frühling 2018

IBK_Kamingespräch Rheinfall_2018-04-27

Teilnehmer IBK-Kamingespräch, 27. April 2018 in Neuhausen am Rheinfall     
(Von links) Gastreferentin Sabine Seufert, Direktorin Institut für Wirtschaftspädagogik Universität St. Gallen; Landammann Roland Inauen, Appenzell Innerrhoden; Regierungsrat Benedikt Würth, St.Gallen; Landeshauptmann Markus Wallner, Vorarlberg; Regierungspräsident Christian Amsler, Schaffhausen (Vorsitz IBK); Regierungspräsidentin Carmen Haag, Thurgau; Staatsschreiber Stefan Bilger, Schaffhausen; Staatsrätin Gisela Erler, Baden-Württemberg; Staatsschreiberin Kathrin Arioli, Zürich; Regierungsrat Alfred Stricker, Appenzell Ausserrhoden; Regierungschef Adrian Hasler, Fürstentum Liechtenstein.

 Regierungschefkonferenz_low

Steuerrad IBK geht vom FL Regierungschef Adrian Hasler an RR Christian Amsler (Schaffhausen)

Regierungschefkonferenz_low_alle

Die IBK-Regierungschefs und Regierungsvertreter an ihrer 38. IBK-Regierungschefkonferenz vom 15. Dezember 2017 in Vaduz, Liechtenstein.(Von links) stillst. Landammann Roland Inauen, Appenzell Innerrhoden; Regierungsrat Benedikt Würth, Kanton St.Gallen; Staatsrätin Gisela Erler, Baden-Württemberg; Regierungschef Adrian Hasler, Liechtenstein; Regierungsrat Christian Amsler, Schaffhausen; Regierungsrat Alfred Stricker, Kanton Appenzell Ausserrhoden; Regierungspräsidentin Carmen Haag, Kanton Thurgau; Regierungsrat Dr. Thomas Heiniger, Kanton Zürich; Landeshauptmann Mag. Markus Wallner, Vorarlberg sowie in Vertretung für den Freistaat Bayern Landrat Elmar Stegmann vom Landkreis Lindau. 

Der "Kompass" zur IBK-Gebietskulisse wird neu ausgerichtet: N wie Nachhaltigkeit S wie Sichtbarkeit O wie Orientierung W wie Wirkung.

Bodenseekarte NOSW 

Veranstaltungen im Vorsitzjahr Schaffhausen

Datum                   Veranstaltung                                             Ort


22. März 2018       Tagung Ständiger Ausschuss                      Stein am Rhein
27. April 2018        Kamingespäch Regierungschefs                 Neuhausen am Rheinfall
7. Juni 2018           Ständiger Ausschuss                                   Osterfingen
29. Juni 2018         Wirtshaftskonzil 2018                                 Konstanz
29. Juni 2018         Strategiegespräch der Regierungschefs    Konstanz
7. November 2018 Verleihung IBK-Förderpreise                      Schaffhausen
8. November 2018 Tagung Ständiger Ausschuss                      Schaffhausen
6. Dezember 2018 Regierungschefs-Konferenz                        Schaffhausen

offizielles Logo Bodenseekonferenz

Neues Leitbild der IBK für die Bodenseeregion mit Zielhorizont 2030

Am 15. Dezember 2017 haben die Regierungschefs und -vertreter der IBK-Mitgliedsländer in Vaduz das "Leitbild der IBK für die Bodenseeregion" unterzeichnet. Neu daran ist die Fokussierung auf Prinzipien der Zusammenarbeit und längerfristige Ziele der IBK sowie die Betonung einer partnerschaftlichen Umsetzung mit anderen Akteuren. Zusätzlich wurde als neues Element die IBK-Strategie 2018-2022 beschlossen. Darin sind die Schwerpunkte für die gemeinsame Arbeit der kommenden Jahre festgelegt. 

Das neue Leitbild 2030 löst mit der zugehörigen Strategie und den noch ausstehenden Projekten das Leitbild aus dem Jahr 2008 ab.

Download der IBK Strategie [PDF]

ibk_vaduz2017_1

Bild: Regierungschefkonferenz der IBK in Vaduz 2017

Rede des neuen IBK Präsidenten RR Christian Amsler zur Vorsitz-Übergabe der IBK am 15. Dezember 2017 an der Regierungschef-Konferenz in Vaduz 

kanton_schaffhausen_stellt_seine_jahresziele_vor_low

Geschätzte Mitglieder der Regierungschefkonferenz der IBK, liebe Kolleginnen und Kollegen

Es ist mir eine Freude und Ehre, im Namen des Kantons Schaffhausen von Kollege Adrian Hasler das Steuer der IBK zu übernehmen. Ich werde alles daran setzen, das Schiff der IBK sicher durch das Jahr 2018 zu lenken, vielleicht durch Wellen und Gischt, vielleicht sogar durch Sturmböen, hoffentlich auch durch ruhige Gewässer, immer aber auch zu neuen Ufern. 

Der Kanton Schaffhausen ist mit rund 85‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein kleines aber feines Mitglied der IBK. Mit 152 km Grenze zu Baden-Württemberg und nur 33 km Grenze zu den Kantonen Zürich und Thurgau ist er zudem ein ausgesprochener Grenzkanton. Nur durch das Städtchen Stein am Rhein ist er mit dem Bodensee, genauer gesagt mit dem Untersee, verbunden und befindet sich somit auch in Randlage innerhalb der IBK. Ich darf aber auch spasseshalber sagen, dass alles was Sie im IBK Raum am Bodensee produzieren, wir vor dem Weiterleiten final prüfen! Bei uns kommt ja alles via Rhein am Schluss vorbei, bevor es weitergeleitet wird. 

Der Kanton Schaffhausen ist aktives und begeistertes Mitglied der IBK. Was die IBK im grösseren Perimeter tut, das pflegen wir Schaffhauserinnen und Schaffhauser auch als Kanton: Wir überwinden das Trennende der Grenze und wandeln unsere besondere Lage in Stärke um. Zugegebenermassen stellt die Grenze auch immer wieder eine Hürde dar: Sie bringt divergierende Prozesse mit sich, unterschiedliche rechtliche Grundlagen und Zuständigkeiten. Vielleicht zwingt sie uns aber gerade deswegen dazu, aktiv auf unsere Nachbarn „ennet der Grenze“ zuzugehen und gemeinsame Ideen und Projekte zu entwickeln, sei es im Verkehr, im Umweltschutz, in der Kultur oder im Tourismus. Was wir als Kanton im Kleinen versuchen, nämlich die vermeintlich trennende Grenze in ihr Gegenteil zu verkehren, das gelingt uns noch besser im Verbund, nämlich in der IBK. 

Eben haben wir unser neues Leitbild und unsere neue Strategie unterzeichnen können. Das darf uns stolz machen, und das haben wir auch der umsichtigen Steuerung des Strategieprozesses durch das Fürstenturm Liechtenstein zu verdanken. 

Diese neue Strategie muss nun Früchte tragen. Dass dies geschieht, dafür setzen wir uns im Kanton Schaffhausen in den nächsten Monaten mit allen Kräften ein. 

Die Früchte der IBK, das sind ihre strategischen Projekte. Ein reichhaltiger Strauss an Projektideen liegt uns bereits vor. In den nächsten Monaten wollen wir diejenigen Projekte, von denen wir glauben, dass sie unseren Wirtschafts- und Lebensraum am meisten voranbringen, auf den Weg schicken. Aber die besten Projektideen lassen sich nur realisieren, wenn wir die richtigen Strukturen und genügend Ressourcen zu ihrer Umsetzung haben. Die Anpassung der Organisation der IBK und die Klärung der Ressourcenfrage, das sind unsere weiteren Hauptaufgaben in den nächsten Monaten. Gemeinsam werden wir den Strategieprozess der IBK zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. 

Im eben beschlossenen Leitbild und in der neuen Strategie spielen wirtschaftliche Prosperität, Fortschritt und Innovation eine grosse Rolle und dabei auch die Digitalisierung. Ja, Digitalisierung ist das Schlagwort der Stunde, nicht nur am Bodensee. Einig sind sich die Expertinnen und Experten, dass sie unsere Arbeits- und Lebenswelt massiv verändert. Leider wissen wir nicht inwiefern. Wie können wir uns und die nächste Generation dennoch bestmöglich darauf vorbereiten? 

Gewisse Projekte zu diesem alles umfassenden Thema haben wir in der IBK bereits auf den Weg geschickt. Andere sind noch im Konzeptstadium und sollen im Verlauf der nächsten Jahre Gestalt annehmen. Doch unsere grösste Ressource rund um den Bodensee sind unsere gut ausgebildeten jungen Leute. 

Hier möchten wir im Kanton Schaffhausen in unserem Vorsitzjahr ansetzen unter dem Motto "Digitalisierung in der Bildung: auf Spurensuche rund um den Bodensee". Wie vermitteln wir unseren Kindern und Jugendlichen digitale Kompetenzen, die sie zu einer Berufskarriere und zum lebenslangen Lernen befähigen? Auch wenn in zehn oder zwanzig Jahren die digitalen Geräte von heute veraltet sind, industrielle Prozesse sich komplett anders gestalten und sich die Arbeitsformen im Zuge des rasanten technologischen Fortschritts weiter entwickeln? 

Vor diesen Fragen stehen wir alle. Wie gehen wir damit um? Welche Lösungswege sind vielversprechend? Im Jahr 2018 machen wir uns deshalb auf eine Spurensuche rund um den Bodensee. Wir sprechen mit Experten, tauschen uns über die Grenzen aus und wollen gute Beispiele sammeln. 

Nicht zuletzt wollen wir damit einen ganz konkreten Beitrag zur Umsetzung der IBK-Strategie leisten. Denn wir sind davon überzeugt: Die Internationale Bodensee-Konferenz als grenzüberschreitende Plattform ist essenziell für das Prosperieren unseres gemeinsamen Raums. Dieses Gefäss, die IBK, zu pflegen und weiterzuentwickeln, dafür setze ich mich persönlich mit Herzblut und setzen wir uns vom Kanton Schaffhausen ein! Es lebe die Internationale Bodenseekonferenz IBK! 

Regierungschefkonferenz_erbprinz II_low 

Empfang auf Schloss Vaduz beim Erbprinzen Alois von Liechtenstein, 15. Dezember 2017

Regierungschefkonferenz_erbprinz I_low 

Ein paar Informationen zur Internationalen Bodensee-Konferenz IBK:

Was ist die IBK?
Die Internationale Bodenseekonferenz IBK (www.bodenseekonferenz.org) wurde1972 von den an den Bodensee angrenzenden Bundesländern und Kantonen, u. a. dem Kanton Schaffhausen, gegründet, um sich in Umwelt- und Gewässerschutzfragen grenzüberschreitend abzustimmen. Heute gehören ihr Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, das Fürstentum Liechtenstein sowie die Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Zürich und Schaffhausen an.

Was macht die IBK?
Ziel der IBK ist es heute, die Bodenseeregion als attraktiven grenzüberschreitenden Lebens- und Wirtschaftsraum zu stärken.
Ihr Rückgrat bildet die Arbeit ihrer Kommissionen in den Bereichen Wirtschaft/Tourismus, Verkehr, Umwelt, Gesundheit und Soziales, Bildung und Wissenschaft sowie Kultur.Diese Kommissionen setzen sich aus Kadermitarbeitenden der Mitgliederländer bzw. -kantone zusammen. Sie erarbeiten gemeinsame grenzüberschreitende Projekte und nehmen zuhanden der politischen Behörden diesseits und jenseits der Grenze Einfluss (z.B. schriftliche Intervention der IBK beim Eidgenössischen Finanzdepartement zur Verhinderung der Schliessung der Zollstellen Bargen SH und Romanshorn im Zusammenhang mit dem Stabilisierungsprogramm des Bundes 2015/2016).

Welches sind die wichtigsten Projekte der IBK?
In den letzten Jahren wurden u.a. folgende Projekte umgesetzt bzw. gestartet: ein Austauschprogramm für Lernende „x-change“, der grenzüberschreitende Informationsdienst für Arbeitnehmende „Arbeitsmarkt Bodensee“, das Netzwerk Bodenseeplattform Innovation 4.0 (Digitalisierung), die ÖV-Tageskarte Euregio Bodensee (ein Ticket für den gesamten Bodensee-Raum), die Internationale Bodensee-Hochschule als Zusammenschluss von dreissig Hochschulen aus vier Ländern, ein Pilot-Projekt zur Entwicklung eines Low-Tech-Gebäudes in der Bodensee-Region, die Koordination der Rettungsdienste diesseits und jenseits der Grenzen usw.

Daneben werden jährlich Fachtagungen zu unterschiedlichen aktuellen Themen organisiert (u.a. Wirtschaftskonzil Konstanz, Nobelpreisträger-Tagung; weitere Themen in den vergangenen Jahren: E-Mobilität, Klimaschutz, Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen).

Die IBK spricht zudem im Kulturbereich jährlich Förderpreise in Höhe von insgesamt Fr. 80‘000 aus. Mit den Musikern Florian Egli und Urs Vögeli (2015) sowie dem Slam Poeten Gabriel Vetter (2013) konnten in den letzten Jahren immer wieder auch Kunstschaffende aus dem Kanton Schaffhausen profitieren.

Ein Kleinprojektefonds fördert darüber hinaus grenzüberschreitende Begegnungsprojekte wie z.B. ein Fussballturnier für jedermann, Beobachtungsplattform des Feuchtwiesenbiotops zwischen Ramsen/Hemishofen und Rielasingen-Worblingen, grenzüberschreitende Laientheater-Aufführung, etc.

Weshalb ist der Kanton Schaffhausen Mitglied der IBK? Was ist der konkrete Nutzen dieser Mitgliedschaft?
Der Kanton Schaffhausen ist Teil der Bodenseeregion und daher vital daran interessiert, den Bodenseeraum zu stärken und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aktiv mitzugestalten.

In den letzten Jahren hat der Kanton Schaffhausen durch seine Mitgliedschaft bei der IBK von zahlreichen Projekten profitiert. Darüber hinaus bildet die IBK eine wesentliche Grundlage für die guten nachbarschaftlichen Kontakte zu Baden-Württemberg und zu den anderen IBK-Mitgliedern. Insbesondere ist IBK die zentrale Plattform der Regierungen zur bilateralen Pflege der Aussenbeziehungen, für den Kanton Schaffhausen namentlich mit Baden-Württemberg, aber auch mit den Regierungen der übrigen Mitglieder. Nicht zuletzt ist die IBK auch das Gefäss für das europäische Projekt-Förderprogramm Interreg. Auch dank der IBK konnte z.B. die Finanzierung der weiteren Planungsschritte der Elektrifizierung der Hochrheinbahn mit Interreg-Fördergelder sichergestellt werden.

Bodensee_IBK_Baden

Vorsitzender der Internationalen Bodenseekonferenz IBK 2018 ist der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler. Hier in Interviewform ein paar Informationen zum Schaffhauser Vorsitzjahr.

Herr Regierungspräsident Amsler, wer ist eigentlich die IBK?

Die Internationale Bodenseekonferenz IBK wurde 1972 von den an den Bodensee angrenzenden Bundesländern und Kantonen gegründet, um sich in Umwelt- und Gewässerschutzfragen grenzüberschreitend abzustimmen. Heute gehören ihr Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, das Fürstentum Liechtenstein sowie die Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Zürich und Schaffhausen an.
Die IBK versteht sich als politisches Dach der Zusammenarbeit der Regierungen der Länder und Kantone in der Bodenseeregion. Die Regierungschefs treffen sich mindestens 2-3 Mal im Jahr.
Ziel der IBK ist es heute, die Bodenseeregion als attraktiven grenzüberschreitenden Lebens- und Wirtschaftsraum zu stärken.

Was bringt die Mitgliedschaft in der IBK dem Kanton Schaffhausen?

Der Kanton Schaffhausen ist Teil der Bodenseeregion und daher vital daran interessiert, den Bodenseeraum zu stärken und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aktiv mitzugestalten. Die IBK bildet zB. eine wesentliche Grundlage für die guten nachbarschaftlichen Kontakte zu Baden-Württemberg und zu den anderen IBK-Mitgliedern. Jeder hat eine Stimme, man begegnet sich auf Augenhöhe.

Können Sie uns ein paar Kennzahlen des IBK Raumes nennen?
Gerne! Vorab ist zu bemerken, dass auch der räumliche Zusammenhang mit dem umliegenden und teils überschneidenden Metropolräumen Zürich, Stuttgart und München vorhanden ist. Deutschland, die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein und Österreich: vier Staaten beteiligen sich an der IBK. Die Kennzahlen sprechen für das Potenzial der Bodenseeregion als einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas: 4 Mio. Einwohner auf 14‘800 km², Trinkwasser für 4-5 Mio. Menschen, 2,2 Mio. Erwerbstätige, ca. 19,5 Mio. Übernachtungen (Hotellerie) und mehr als 30 Hochschulen.

Wie wird denn zusammen gearbeitet in der IBK?

Die IBK hat heute den Charakter einer politischen Konferenz (Konsensprinzip, jährlicher Vorsitzwechsel). Jedes Mitglied hat gleiches Gewicht – nämlich je eine Stimme – ob Baden-Württemberg mit gut 10 Millionen oder der Kanton Schaffhausen mit gut 80'000 Einwohnern
Das Budget der IBK beträgt gut 640'000 Euro (=knapp CHF740'000.-). Es setzt sich grösstenteils aus Förderinstrumenten der EU für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den jährlichen Beiträgen der zehn Mitglieder zusammen. Den Kanton Schaffhausen kostet die Mitgliedschaft in der IBK jährlich rund 22'500.- Franken.
Das Rückgrat der IBK bildet die Arbeit ihrer Kommissionen in den Bereichen Wirtschaft/Tourismus, Verkehr, Umwelt, Gesundheit und Soziales, Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit.

Welchen politischen Einfluss können Sie denn mit Ihren politischen Kollegen zusammen nehmen?

Die IBK nimmt zuhanden der politischen Behörden diesseits und jenseits der Grenze Einfluss. Erwähnen kann ich die Intervention der IBK beim Eidgenössischen Finanzdepartement zur Verhinderung der Schliessung der Zollstellen Bargen SH und Romanshorn im Zusammenhang mit dem Stabilisierungsprogramm des Bundes 2015/2016, oder die kürzlich erfolgte Reise einer von mir angeführten IBK-Delegation nach Brüssel, um EU-Vertreter für Bedeutung der Bodensee-Grenzregion zu sensibilisieren.
Nicht zuletzt ist die IBK auch das Gefäss für das europäische Projekt-Förderprogramm Interreg. Auch dank der IBK konnte z.B. die Finanzierung der weiteren Planungsschritte für die Elektrifizierung der Hochrheinbahn über Interreg erreicht werden.

Und nun im Vorsitzjahr 2018 haben Sie sicher programmatische Schwerpunkte gesetzt?

Die IBK steht vor dem Abschluss einer neuen Strategie – es ist eine der Hauptaufgaben des Vorsitzes, diesen zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Der Prozess wurde angestossen, um das längerfristige Potenzial der Bodenseeregion über die Grenzen hinweg zu durchleuchten – und dabei die Rolle der IBK unter Berücksichtigung zahlreicher regionaler Akteure und der Öffentlichkeit auf einen zeitgemässen Stand zu bringen.
Mit dem im letzten Dezember verabschiedeten Leitbild verfolgt die IBK die Grundidee der Bodenseeregion als Modell für einen zukunftsfähigen und grenzüberschreitend vernetzten Lebens- und Wirtschaftsraum.

Sie haben Digitalisierung als Schaffhauser Schwerpunkt gesetzt - und diese besonders im Bereich Bildung?

Ja, die wirtschaftliche Prosperität, Fortschritt und Innovation spielen eine grosse Rolle in der neuen Ausrichtung der IBK – und hierzu gehört selbstverständlich auch die Digitalisierung – es ist das Schlagwort der Stunde, nicht nur am Bodensee. Doch wollen wir gerade hier das Potenzial unserer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nutzen: Die Vision ist es, die regionalen Bildungs-, Wissens- und Innovationssysteme über die Grenzen hinweg zu vernetzen – insbesondere KMUs, Forschungseinrichtungen und öffentliche Stellen sollen branchenübergreifend zusammenarbeiten, die Chancen moderner Technologien nutzen und so die Innovationskraft in der Region verstärken.

Und was hat es mit Ihrem persönlichen Motto «Digitalisierung in der Bildung: eine Spurensuche rund um den Bodensee» auf sich?

Unter dem Vorsitz des Kantons Schaffhausen wollen wir 2018 einen zusätzlichen Beitrag leisten: Unter diesem Motto wollen wir der Frage nachgehen, wie wir der nächsten Generation – sprich Kindern und Jugendlichen – digitale Kompetenzen vermitteln, die sie zu einer Berufskarriere und zum lebenslangen Lernen befähigen. Wir wollen im Vorsitzjahr rund um den Bodensee mit Experten sprechen, uns über die Grenzen austauschen und gute Beispiele sammeln.

bruessel_bild 7_low